Dr. med. Malte Dohmen

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Gicht

Gicht

A Entstehung und Krankheitssymptome:

Ein Gichtanfall entsteht, indem durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut (= Hyperurikämie) die überschüssigen Harnsäuren ausfallen und es aufgrund dessen zu einer akuten Entzündungsreaktion kommt. Im Gegensatz zu anderen rheumatischen Erkrankungen, tritt diese Entzündungsreaktion typischerweise isoliert auf, - in zunächst nur einer einzelnen Gelenkkapsel oder Sehnenscheide. Häufig ist hier zuerst ein Großzehen-Grundgelenk betroffen.

Harnsäuren entstehen v.a. Beim Abbau von Purin-haltigen Lebensmitteln.

Zusätzlich begünstigende Faktoren für die Entstehung von Gicht sind:

-  genetischer Faktor

-  Übergewicht

-  Alkoholkonsum

- (extreme) Hungerperioden, z.B. durch Fasten

Purine werden im Körper in Harnsäure umgewandelt, welche dann über die Nieren ausgeschieden wird.    Aus 1 mg Purin entstehen ca. 2,5 mg Harnsäure.

Etwa 20 -30% aller Männer und ca. 5% der Frauen weisen erhöhte Harnsäure-Werte auf, wovon jeweils jeder 10. Patient im Laufe des Lebens einen Gichtanfall erleidet.


B Verhalten bei vorliegender Gicht-Erkrankung - oder zur Vermeidung einer solchen:

Da fettreiche Kost - egal ob tierisch oder pflanzlich - die Harnsäure-Ausscheidung hemmt, sollte man solche Ernährung unbedingt vermeiden.

Gleiches gilt für Süßstoffe sowie Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Fruktose, die den Harnsäure-Level erhöhen.

Alkohol ist strikt zu meiden, da Alkohol nicht nur die Harnsäure-Ausscheidung über die Nieren hemmt, sondern zudem noch gleichzeitig die endogene Harnsäure-Bildung in der Leber steigert. Besonders Bier sollte gemieden werden, da neben den Auswirkungen des Alkohols auf den Harnsäure-Spiegel auch der hohe Puringehalt noch erschwerend hinzu- kommt.


Verhalten bei akutem Gichtanfall:

-  Verzicht auf Purin-haltige Lebensmittel     (siehe Liste)

-  Verzicht auf Alkohol-Konsum

-  reichlich Flüssigkeitszufuhr von ungesüßten Getränken

-  mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen

-  langsame Gewichtsreduktion statt radikaler Fastenkuren

-  Beratung durch den Hausarzt


C Zur fortlaufenden Behandlung von Gicht:

Neben der akuten Behandlung eines Gichtanfalls muss die dauerhafte Harnsäure-Senkung das grundsätzliche Ziel einer Behandlung sein.

Harnsäure -Werte von unter < 5,7 mg/ dl sind anzustreben.

Ab Harnsäure-Werten von mehr als  > 9 mg/ dl sollte - auch ohne vorangegangenen Gichtanfall - eine primär diätetische Therapie erfolgen, welche bei nicht erfolgreicher oder nicht ausreichender Harnsäure-Senkung medikamentös unterstützt werden muss.

Eine streng Purin-arme Kost sollte nicht mehr als 500 - 600 mg Harnsäure/ pro Tag enthalten, weshalb maximal 100-150 g Fleisch/Wurst oder Fisch pro Tag verzehrt werden sollten, wobei vor Allem prozessierte Lebensmittel wie Wurst zu meiden sind. Eine konsequente, dauerhafte Ernährungsanpassung im beschriebenen Sinn ist essentieller Teil jeder Gicht-Behandlung.

Zur Orientierung dienen

10 empfehlenswerte Nahrungsmittel bei/ nach akutem Gichtanfall:

- Grundsätzlich sind gekochte Lebensmittel günstiger als gebratene oder frittierte! -


Puringehalt pro 100 g

1. Eier 6 mg / pro Ei
2. Alkoholfreie Getränke ohne Hefe und/oder Kakao 0 - 30 mg
3. Milch, Joghurt, Käse u.a. Milchprodukte 0 mg
4. Obst 10 - 60 mg
5. Gemüse 5 - 70 mg
6. Pilze 17 mg
7. Brot und Teigwaren 40 - 100 mg
8. Polierter Reis 70 mg
9. Sülze, - v.a. Gemüse-Sülze 37 mg
10. Reichlich Flüssigkeit ohne Alkohol, am Besten Wasser -

 

10 zu meidende Nahrungsmittel/ Verhalten bei/ nach akutem Gichtanfall:

1. Fleischbrühe 3500 mg
2. Gegrillte Geflügelhaut ca. 700 mg
3. Innereien und Hirn 200 - 1300 mg
4. Fisch (v.a. Kleinfisch wie Sprotten, Makrelen, Matjes, Sardellen, Sardinen - z.B. als  Oliven-Füllung in Salaten) 200 - 500 mg
5. Hülsenfrüchte und Sojabohnen 70 - 400 mg
6. Grünkern-Gerichte und Haferflocken 100 - 130 mg
7. Rosinen 110 mg
8. Bierhefe und Lebensmittelhefe 600 - 700 mg
9. Alkohol, wie z.B. Bier in größeren Mengen 10 - 30 mg/ 100 ml !
10. Diäten mit stark reduzierter Kalorienaufnahme -



Weitere Purin-haltige Lebensmittel in der Übersicht:

- hoher Gehalt -

Puringehalt pro 100 g Lebensmittel

Leber, z.B. Entenleber 250 mg
Nieren, z.B. Schweinenieren 340 mg
Kalbsbries 550 - 1260 mg
Jakobsmuscheln 330 mg
Sojaprodukte, z.B. Sojabohnen oder Sojafleisch 80 - 160 mg

 

- mittlerer Gehalt -

Buchweizen 63 mg
Grünkern-Produkte 40 - 60 mg
Linsen 50 mg
Erbsen 45 mg
Bohnen 50 - 60 mg
Ente 60 mg
Huhn mit Haut 70 mg
Huhn ohne Haut 40 mg
Pute 50 mg
Schwein, z.B. Schnitzel, Braten, Kotelett 40 - 50 mg
Rind, z.B. Brust, Filet, Kamm, Braten 38 - 60 mg
Reh 40 - 45 mg
Fische und Krustentiere haben zumeist mehr als > 50 mg
 


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